Der Numark M2 ist der günstigste Weg zu einem echten 2-Kanal-Mixer mit den Bedienelementen, die beim Scratchen zählen — ein austauschbarer Crossfader plus Fader-Reverse und Slope-Regler für die Faderkurve, sodass sich ein scharfer Cut einstellen lässt. Er ist außerdem lange genug am Markt, um sich bewiesen zu haben: Seit dem Start der M-Serie im Jahr 2011 steht der M2 praktisch unverändert in Numarks Katalog. Mitte 2026 kostet er in den USA rund 119 $, während UK-Händler ihn nahe 129 £ listen, bei einer UVP von 139,99 £ — deutlich unter allem anderen, was Scratchen ernst nimmt. Als erster Übungsmixer zwischen zwei Plattenspielern macht er seinen Job, ohne viel Geld zu verlangen.
Verarbeitung und Design
Der M2 ist ein kompaktes Tabletop-Gerät — 290 × 242 × 91 mm und 3,0 kg — und so dimensioniert, dass er in Battle-Position zwischen zwei Plattenspielern sitzt, ohne sie auseinanderzudrängen. Die Bedienoberfläche ist so einfach, wie 2-Kanal-Mixing nur sein kann: Gain und 3-Band-EQ pro Kanal, zwei Kanalfader, der Crossfader mit Reverse-Schalter und Slope-Regler, eine Mikrofonsektion mit eigenem Gain und EQ sowie LED-Metering am Ausgang. Nichts hier muss ein Anfänger umgehen, nichts lässt sich versehentlich verstellen — was mehr zählt, als es klingt, wenn man Fader-Mechanik lernt statt Menüs.
Besitzer auf Audiofanzine beschreiben das Metallgehäuse als solide — einer nennt es „gebaut, um ernsthaft etwas einzustecken“ — und die Nutzerbewertungen dort liegen im Schnitt bei 4,0/5, ein faires Bild eines Geräts, das wenig tut, das Wenige aber zuverlässig. Die Kompromisse zeigen sich auf Bauteil- statt auf Gehäuseebene: Potis und Fader sind leichtgängige Budget-Teile, und Langzeitbesitzer berichten, dass die Fader mit dem Alter müde werden. Der Strom kommt aus einem externen 10-V-Steckernetzteil statt aus einer internen Versorgung — normal in dieser Preisklasse, aber ein Teil mehr, das in der Tasche verloren gehen kann.
Die Produktionsspanne von 2011 bis heute ist für Käufer eine genuin nützliche Information. Fünfzehn Jahre dasselbe Design bedeuten: Ersatz-Crossfader sind leicht zu beschaffen, die Ausfallmuster sind gut dokumentiert, und der Gebrauchtmarkt ist tief — Audiofanzine-Besitzer berichten von Gebrauchtgeräten, die für 60–70 € den Besitzer wechseln.
Crossfader, EQ und Klangqualität
Ein Scratch-Mixer steht und fällt mit seinem Crossfader, und genau hier gibt der M2 sein kleines Budget aus. Drei Dinge trennen ihn von der Spielzeug-Klasse. Erstens ist der Fader vom Nutzer austauschbar: Wenn er verschleißt, tauschst du das Bauteil statt den Mixer — Crossfader sind Verschleißteile, und bei den meisten anderen Mixern in dieser Preisregion bedeutet ein kratzender, durchlässiger Fader das Ende des ganzen Geräts. Zweitens gibt es einen Reverse-Schalter, der die Richtung des Faders umkehrt — Standardausstattung bei Battle-Mixern, weil manche DJs Techniken wie Crabs und Flares mit umgekehrtem Cut leichter finden. Drittens verstellt der Slope-Regler die Faderkurve von einer sanften Blende fürs normale Mixen bis zu einem scharfen Cut, der den Kanal schon in den ersten Millimetern des Weges öffnet — genau das, was schnelle Scratch-Patterns brauchen.
Der Serien-Fader selbst ist brauchbar, aber nichts Besonderes — niemand wird ihn mit dem Innofader Pro verwechseln, den Numark in den nächstgrößeren Scratch einbaut. Besitzerberichte bestätigen das: Audiofanzine-Rezensenten bewerten den Fader ab Werk als ordentlich, während ein verschlissenes Exemplar als nicht mehr sauber schneidend beschrieben wird — mit hörbarem Signal bei geschlossenem Fader. Genau für diesen Ausfall existiert das austauschbare Design.
Der Rest des Audiowegs ist simple Analogtechnik. Besitzer beschreiben den 3-Band-EQ als wirksam für Klangformung und einfache Bass-Swaps, und der Gain pro Kanal macht den Pegelabgleich zwischen Phono- und Line-Quellen unkompliziert. Die bekannte Schwäche ist der Headroom: Mehr als ein Besitzer berichtet von hörbarem Rauschen, wenn der Master weit aufgedreht wird. Mit vernünftigen Kanal-Gains und moderatem Master bleibt der M2 sauber genug zum Üben; wer ihn treibt, hört den Rauschteppich. Eine Digitalstufe gibt es nirgends im Signalweg — was analog hineingeht, kommt analog heraus.
Anschlüsse — und was fehlt
Die Rückseite deckt die Basics des Übungsraums ab. Jeder Kanal hat einen zwischen Phono und Line umschaltbaren RCA-Eingang, sodass zwei Plattenspieler direkt über echte Phono-Vorverstärker angeschlossen werden — dazu kommen zwei weitere Line-RCA-Eingänge, sodass ein Paar Mediaplayer oder ein Smartphone neben den Decks angeschlossen bleiben kann. Obendrauf sitzt ein 6,3-mm-Mikrofoneingang mit eigenem Gain und EQ. Ausgangsseitig gibt es den Master auf RCA, einen Record-Out auf RCA und einen 6,3-mm-Kopfhörerausgang. Das Cueing übernimmt ein Miniatur-Crossfader, der im Kopfhörer zwischen Cue und Master blendet — ein Old-School-Detail, das nebenbei als zusätzliche Fader-Übung taugt.
Was fehlt, ist schnell aufgezählt: kein USB-Audiointerface, keine Effekte, kein XLR-Master, kein Booth-Ausgang. Über das fehlende USB sollte man nachdenken. Ohne eingebaute Soundkarte heißt Aufnehmen: den Record-Out in ein separates Interface oder einen Recorder führen, und digitales Vinyl geht ohne externe DVS-Hardware gar nicht. Aber genau deshalb kostet der M2, was er kostet. Der günstigste 2-Kanal-Mixer einer bekannten Marke mit richtigem USB-Interface und DVS-Support ist Pioneer DJs DJM-250MK2 für rund 299 £/349 € — fast das Dreifache. Bei 119 $ hat Numark das Budget in die Fadersektion statt in eine USB-Stufe gesteckt, und für den eigentlichen Job dieses Mixers ist das die richtige Entscheidung.
Keine Effekte sind für die Zielgruppe kaum ein Verlust. Scratch-Grundlagen sind Fader- und EQ-Arbeit; ein Echo-Out-Knopf lehrt nichts.
In der Praxis
Alles am Design des M2 zielt auf ein einziges Setup: zwei Plattenspieler, ein Stapel Übungsplatten — oder Control-Vinyl über ein externes DVS-Rig — und Kopfhörer oder ein kleines Paar Aktivmonitore am RCA-Master. Besitzerberichte beschreiben ihn durchgängig in genau dieser Rolle: ein leicht zu bedienender erster Mixer, der nicht im Weg steht. Das aufgeräumte Layout hält die Feedback-Schleife kurz — Pegel auf den LED-Metern setzen, EQs angleichen, und der Rest der Session ist Fader-Zeit. Reverse-Schalter und Slope-Regler lassen den M2 zudem mit deiner Technik mitwachsen: Ein Anfänger startet mit sanfter Kurve und stellt sie steiler, je schneller die Cuts werden — etwas, das die Party-Mixer mit fester Kurve darunter nicht können.
Die ehrliche Einordnung: Der M2 ist ein Werkzeug fürs Schlafzimmer. Nur-RCA-Ausgänge und bescheidener Headroom schließen ernsthafte PA-Arbeit aus, und die leichtgängigen Potis hätten an regelmäßigem Gig-Transport wenig Freude. Als Übungsfläche, die die Grundlagen auf Hardware lehrt, deren wichtigstes Verschleißteil austauschbar ist, hat er zu diesem Preis aber keinen echten Rivalen.
Im Vergleich
Der naheliegende Schritt nach oben ist Numarks eigener Scratch, der für unter 500 $ einen Innofader Pro, FX-Paddles und eine Serato-DVS-Lizenz mitbringt — der Mixer für den Moment, in dem Scratchen vom Experiment zur Gewohnheit geworden ist. Der DJM-250MK2 ist die Wahl, wenn Aufnahme und rekordbox-DVS wichtiger sind als Fader-Features. Wer mehr Eingänge braucht, als Scratchen verlangt: Der vierkanalige Numark M6 USB wendet dieselbe M-Serien-Formel mit eingebauter Soundkarte an. Und wer die Kategorie noch abwägt, findet den M2 in unserem Guide zu den besten DJ-Mixern für Anfänger im Kontext. Als erster Mixer, gekauft, um herauszufinden, ob Scratchen hängen bleibt, ist er nach wie vor das risikoärmste Ticket.















