Der Reloop RMX-10 BT ist ein geradliniger 2-Kanal-Mixer mit einem Feature, das über seiner Preisklasse spielt: einem Bluetooth-Eingang. Audio drahtlos von einem Smartphone oder Laptop ziehen zu können, ist für lockere Sets, Warm-ups und mobile Gigs wirklich nützlich — überall dort, wo sich das Schleppen einer zweiten Quelle oder das Gefummel mit Kabeln nicht lohnt. Reloop brachte ihn im Dezember 2019 für 119,99 € / 129,99 $ / 99,99 £ auf den Markt, und der Preis hat sich seitdem kaum bewegt — Thomann UK führte ihn im August 2026 für 110 £, der US-Store für 125 $. Damit bleibt er in der günstigsten Klasse der Hardware-Mixer und kann dabei eine Sache, die seine offensichtlichen Rivalen nicht können.
Verarbeitung und Design
Für das Geld ist der RMX-10 BT beruhigend solide. Das Gehäuse ist komplett aus Metall, die Stellfläche misst kompakte 180 × 260 × 70 mm, und das ganze Gerät wiegt 1,72 kg — klein und leicht genug, um sich eine Plattentasche mit einer Laptophülle zu teilen. Die Rückmeldungen der Besitzer bestätigen das: Über zehn Thomann-Bewertungen hinweg kommt der Mixer mit Stand August 2026 auf durchschnittlich 4,5/5, und „guter Klang und robust“ ist das wiederkehrende Thema.
Das Layout ist bewusst schlicht. Jeder Kanal bekommt oben einen Eingangswahlschalter mit drei Positionen — Phono, Line oder Bluetooth — über Gain-Regler, 3-Band-EQ und einem sauber laufenden Linefader. Der Master-Pegel wird auf LED-Ketten rechts angezeigt, der Bluetooth-Pairing-Knopf sitzt in einer eigenen Sektion auf der Frontplatte, und ein 6,3-mm-Mikrofoneingang mit eigenem Lautstärkeregler rundet das Ganze neben der Kopfhörersektion mit Cue-Mix-Regler ab. Nichts hier braucht das Handbuch — und das zählt für die Zielgruppe, die Reloop anspricht.
DJWORX verglich den RMX-10 BT mit Numarks längst eingestelltem Blue Dog — eine schnörkellose Kiste für Leute, die zwei Quellen mischen wollen und sonst nichts — und dieser Vergleich setzt die Erwartungen ziemlich genau richtig. Es gibt keinen USB-Port, keine Effektsektion und keinen Booth-Ausgang; die Rückseite besteht aus zwei Phono-Paaren, zwei Line-Paaren, RCA-Master- und -Rec-Ausgängen und der Netzbuchse.
EQ, Fader und der Signalweg
Der Signalweg deckt die Grundlagen ordentlich ab. Jeder Kanal fährt seinen 3-Band-EQ bei 100 Hz, 1 kHz und 10 kHz — eine vernünftige Bandaufteilung, die Bass-Swaps und das Absenken von Vocals berechenbar hält — mit individuellem Gain, und der angegebene Frequenzgang reicht über die vollen 20 Hz–20 kHz. Beide Kanäle akzeptieren echtes Phono-Signal, ein Paar Plattenspieler lässt sich also ohne externe Vorverstärker direkt anschließen.
Die Fader-Hardware ist die positive Überraschung in dieser Preisklasse. Der 45-mm-Crossfader ist austauschbar, und Innofader führt den RMX-10 BT mit Einbauanleitung unter den unterstützten Mixern — ein verschlissener oder kratzender Serienfader lässt sich also gegen ein Profi-Teil tauschen, statt das Gerät abzuschreiben. Die Linefader laufen geschmeidig, und der Crossfader schneidet sauber genug für einfache Blends.
Was du nicht bekommst, ist irgendeine Kontrolle über das Ansprechverhalten des Crossfaders: Es gibt keinen Kurvenregler und keinen Reverse-Schalter — einstellbare Kurven reserviert Reloop für größere Mixer wie den RMX-95 — das Schnittprofil ist also fest vorgegeben. Der günstigere Numark M2 bietet sowohl Contour- als auch Reverse-Regler und ist damit die bessere Wahl, wenn Scratch-Übungen das Ziel sind.
Beim Klang fallen die Besitzerberichte für die Klasse solide aus. Thomann-Rezensenten bewerten die Ausgabequalität hoch, auch wenn einer leichtes Grundrauschen im Leerlauf anmerkte — eine faire Erinnerung daran, dass ein Mixer für 110 £ keine clubtauglichen Rauschabstände anpeilt. Ausgänge gibt es nur als RCA, Master plus Rec-Abgriff; ohne XLR und ohne Booth-Ausgang sind lange unsymmetrische Kabelwege zu einer entfernten PA das eine Verkabelungsszenario, das man besser vermeidet.
Der Bluetooth-Eingang
Das Feature, das dem Mixer den Namen gibt, ist durchdachter umgesetzt, als der Preis vermuten lässt. Das Pairing läuft über den eigenen Knopf auf der Frontplatte, und der Eingangswahlschalter auf einem der Kanäle — oder auf beiden — klickt auf Bluetooth um. Dieses Routing ist der clevere Teil: Die drahtlose Quelle landet auf einem vollwertigen Kanalzug, ein Smartphone mit laufender Playlist bekommt also dieselbe Gain-, EQ- und Fader-Behandlung wie ein Plattenspieler und lässt sich im Kopfhörer vorhören, bevor es den Master berührt. Partyboxen und All-in-One-Geräte kippen Bluetooth-Audio üblicherweise direkt auf den Ausgang; hier verhält es sich wie ein richtiger Eingang.
Wofür es wirklich taugt: auf einem mobilen Gig einen Musikwunsch vom Handy eines Gastes übernehmen, ohne ein Kabel anzufassen, Hintergrundmusik vom Tablet laufen lassen, während du das Rig abbaust, oder beim Üben zu Hause als zweite Quelle einspringen. Für diese Jobs beseitigt es echte Reibung, und genau dafür existiert dieser Mixer.
Wofür es nicht taugt, ist alles Timing-Kritische. Reloop nennt weder Bluetooth-Version noch Codec-Unterstützung, also ist von einer üblichen SBC-Verbindung auszugehen — der Sorte, die einen wahrnehmbaren Sekundenbruchteil zwischen Handy und Lautsprecher legt. Eine drahtlose Quelle gegen einen Plattenspieler zu beatmatchen ist damit vom Tisch, und sie im Kopfhörer vorzuhören, während sie draußen läuft, fühlt sich leicht entkoppelt an. Besitzerberichte liefern zudem einen Zuverlässigkeits-Vorbehalt: Ein Thomann-Rezensent beschrieb eine Verbindung, die „ständig abbricht“, andere erwähnen Abbrüche nach längerem Leerlauf. Die Praxisregel für arbeitende DJs ist simpel — Bluetooth für unkritische Passagen, Kabel für alles, was nicht stottern darf. Ein Eröffnungstanz oder ein Einzug zur Zeremonie gehört über ein Miniklinke-auf-RCA-Kabel auf den Line-Eingang, nicht auf eine Funkstrecke.
In der Praxis
Als Zentrum eines kleinen mobilen Rigs deckt der RMX-10 BT mehr ab, als seine Größe vermuten lässt. Mixer, zwei Aktivboxen und ein kabelgebundenes Mikrofon ergeben ein komplettes Paket für Vereinsfeste, Bar-Sets und Familienfeiern — der Mikrofoneingang hat einen eigenen Pegelregler, aber weder EQ noch Talkover, er eignet sich also für Durchsagen statt für Gesang. Über den Rec-Ausgang lässt sich ein Set mit jedem Standalone-Recorder einfach mitschneiden. Was fehlt, ist ein USB-Audiointerface: Es gibt keine Direktaufnahme in den Laptop und keinerlei Software- oder DVS-Integration. Das hier ist ein analoger Mixer mit drahtlosem Eingang, kein verkappter Controller.
Zu Hause macht er sich genauso gut — zwei Plattenspieler an den Phono-Eingängen oder Mediaplayer an Line, dazu ein Handy über Bluetooth als stets bereite Zusatzquelle. Wer darum herum ein vollwertiges Event-Rig aufbauen will: Unser Mobile-DJ-Setup-Guide behandelt die Lautsprecher, Stative und Redundanzplanung, die aus so einer Kiste ein arbeitsfähiges System machen.
Die Alternativen
Zwei Mixer stecken die Position des RMX-10 BT ab. Der Numark M2 — Stand Mitte 2026 rund 119 $ — unterbietet ihn leicht und schlägt ihn bei den Scratch-Grundlagen mit Contour- und Reverse-Reglern, bietet aber kein Bluetooth und Bauteile, denen man ihren Preis anmerkt. Der Pioneer DJM-250MK2, Stand Mitte 2026 jenseits der 400 $, ist die ernsthafte Stufe darüber: USB-Soundkarte, rekordbox-DVS-Unterstützung und ein Magvel-Crossfader mit Kurveneinstellung, zum knapp Vierfachen des Geldes. Zwischen diesen Polen ist das Angebot des Reloop klar — wenn drahtloser Input ein echtes Problem in deiner Spielweise löst, macht das nichts anderes zu diesem Preis mit einem vollwertigen Kanalzug dahinter. Wo er insgesamt landet, zeigt unser Guide zu den besten DJ-Mixern für Anfänger.













