Eine DJ-Lizenz? Gibt es so etwas überhaupt? Es gibt viele Dinge, die du wissen und beachten musst, wenn du ein erfolgreicher DJ werden möchtest. Du solltest sicherstellen, dass du ein anständiges DJ-Controller-Gerät mit guter DJ-Software hast. Genauso wichtig ist es, dass du dich mit den verschiedenen Begriffen und Techniken beim Auflegen vertraut machst – egal ob auf der Bühne oder in deinem Home Studio. Aber einer der wichtigsten Aspekte, um DJ zu sein, ist dein Verständnis für die verschiedenen Facetten des Urheberrechts. Das ist entscheidend, damit deine Karriere überhaupt erst richtig starten kann.
Für viele angehende DJs stellt sich früher oder später die Frage: Brauche ich eine Lizenz, um einen Song zu spielen? Oder anders gefragt: „Brauche ich rechtliche Genehmigung, um einen Song aufzulegen?"
Interessanterweise ist es so, dass Musiklizenzen zwar normalerweise Voraussetzung für kommerzielle Nutzung sind, bei DJs sieht das in den meisten Fällen anders aus. Rechtlich gesehen benötigt ein DJ keine formale Genehmigung, um einen Song zu spielen – weder an öffentlichen Orten wie Restaurants, Bars oder Clubs, noch bei privaten Events wie Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern.
Allerdings gibt es da ein paar Ausnahmen, über die wir sprechen sollten. Wir schauen uns die verschiedenen Situationen an, in denen du möglicherweise rechtliche Genehmigungen brauchst, um urheberrechtlich geschützte Songs zu spielen.
Was sind PROs?
Bevor wir auf die verschiedenen Szenarien eingehen, ist es wichtig, über PROs zu sprechen. PROs sind Performance Rights Organizations – also Verwertungsgesellschaften. Das sind juristische Körperschaften, die Künstler rechtlich vertreten und dafür sorgen, dass diese auch im öffentlichen Raum angemessen für ihre Werke bezahlt werden.
PROs erheben Gebühren von ihren Mitgliedern. Im Gegenzug erhalten diese eine rechtliche Lizenz, um Songs aus ihrer jeweiligen Datenbank zu spielen. Das Interessante daran ist: Wenn ein Künstler von einer PRO vertreten wird, sind automatisch alle seine Songs in der Datenbank dieser Organisation enthalten.
Welche PRO-Organisationen gibt es in den USA?
In den USA gibt es derzeit 3 große Performance Rights Organizations. Diese sind:
Während ASCAP und BMI gemeinnützige Organisationen sind, erwirtschaftet SESAC auch Gewinne.
Zusammengefasst werden praktisch alle amerikanischen Künstler durch diese drei Organisationen vertreten und lizenziert.
Sollte ein Veranstaltungsort Lizenzen von allen 3 PROs haben?
Es mag seltsam klingen, Lizenzen von allen drei PROs zu brauchen, aber idealerweise sollte dein Veranstaltungsort Lizenzen von SESAC, BMI und ASCAP haben, um die größtmögliche Auswahl zu haben. Der Grund ist einfach: Jede Organisation verwaltet ihre eigenen Künstler.
Wenn du zum Beispiel einen Song aus Adeles neuem Album spielen möchtest, musst du nicht nur Adele selbst berücksichtigen, sondern auch alle beteiligten Künstler, Texter, Komponisten und Features. Alle diese Personen werden von ihrer eigenen PRO vertreten – entweder alle zusammen bei einer PRO oder verteilt auf alle drei.
Das bedeutet, dass bei jedem Song aus ihrem Album eine oder alle drei PROs Royalties vom Veranstaltungsort fordern könnten. Mit der großen Anzahl unterschiedlicher Künstler und Songs, die gespielt werden, kannst du dir vorstellen, wie komplex und teuer selbst eine 30-Minuten-Playlist für einen Veranstaltungsort werden kann.
Mit Lizenzen von allen drei Organisationen kann ein Veranstaltungsort diesen Verwaltungsaufwand vermeiden und sich stattdessen darauf konzentrieren, dass die Veranstaltung reibungslos läuft – ohne unerwartete Rechnungen danach.
Was, wenn der Veranstaltungsort keine Royalties bezahlt hat?
Wenn ein Veranstaltungsort keine Royalties bezahlt oder die Musik nicht bei den PROs lizenziert hat, ist das eine knifflige Situation für dich als Künstler. Du solltest schnell herausfinden, wie es mit der rechtlichen Compliance aussieht und ob du abgesichert bist.
Falls der Veranstaltungsort keine Lizenz von einer oder allen PRO-Organisationen hat, hast du im Grunde zwei Optionen: Entweder du hast bereits deine eigenen Lizenzen, oder du trittst dort nicht auf.
Generell ist es wahrscheinlich besser, einfach nicht an einem solchen Ort aufzutreten und dir eine andere Venue zu suchen, besonders am Anfang. Die Lizenzierungsgebühren können extrem teuer werden – allein die Lizenzierung mit allen drei PROs kann über $5.000 kosten.
Strengere Durchsetzung
Lange Zeit haben die meisten PROs kleinere Restaurants, Bars oder Cafés nicht verfolgt. Mit dem Aufkommen von digitalem Piratentum und illegalen Events hat sich die Durchsetzung aber massiv verschärft. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, dass du rechtlich abgesichert bist.
Kann ich im Ausland auftreten?
Falls du denkst, du kannst im Ausland ohne Lizenz auflegen – das ist ein Trugschluss. Während du möglicherweise nicht den gleichen Durchsetzungsmaßnahmen wie in deinem Heimatland unterliegt, hat jedes Land seine eigenen PRO-Organisationen mit unterschiedlichen Durchsetzungsleveln. Am besten findest du vorher heraus, ob dein Veranstaltungsort die lokalen Urhebergesetze einhält, um rechtliche oder finanzielle Probleme zu vermeiden.
DJ-Lizenz: Fazit
Zu verstehen, was erlaubt ist und was nicht, spart dir auf lange Sicht eine Menge Geld. Es ist unglaublich wichtig zu wissen, welche Orte PRO-Lizenzen benötigen, welche nicht und wo es Abdeckung gibt. Indem du dich deiner rechtlichen Möglichkeiten bewusst bist, stellst du sicher, dass du nie in eine unangenehme Situation gerätst oder mit unangemessen hohen Gebühren rechnen musst.
Falls du mehr erfahren möchtest, sprich am besten mit einem Urheberrechtsexperten oder einem Urheberrechtsanwalt, um zu klären, was für deine Situation am besten ist.



