Wenn du relativ neu beim DJing bist, DJ-Controller oder DJ-Mixer nutzt, hast du dir wahrscheinlich schon mindestens einmal die Frage gestellt: „Was ist ein Crossfader?" und „Warum brauche ich ihn überhaupt?".
Es ist ein häufiger und sehr bekannter Begriff in der Musik- und DJ-Szene. Aber für Casual-Fans oder Anfänger ist oft nicht ganz klar, „was" ein Crossfader auf einem Mixer eigentlich ist oder wie genau man ihn benutzt.
Vereinfacht gesagt ist ein Crossfader ein horizontaler Schieberegler auf einem DJ-Controller oder DJ-Mixer, mit dem du steuern kannst, von welchem Kanal die Musik kommt. Der Crossfader lässt sich von links nach rechts und umgekehrt bewegen und kann – je nach Einstellung – mehrere Kanäle eines Controllers steuern.
In diesem Guide zeigen wir dir genau, was ein Crossfader macht und wann du ihn am besten einsetzt. Wir erklären dir auch, wie er mit dem Volume Fader zusammenhängt und wie du die beiden richtig miteinander kombinierst.
Was ist ein Crossfader? (kurz erklärt)
Ein Crossfader ist ein wichtiges Werkzeug für DJs auf einem DJ-Mixer oder DJ-Controller. Mit dem Crossfader kannst du schnell einen Song von einem anderen Kanal/Deck hinzufügen oder zuweisen. Außerdem kannst du in Sekundenschnelle zu diesem Kanal/Deck zurückkehren.
All das funktioniert extrem schnell, da Crossfader wenig Widerstand bieten und eine schnelle Cut-Kurve haben. Besonders in der Scratch-DJ-Community ist die Nutzung des Crossfaders weit verbreitet, da schnelle, saubere Cuts essentiell für diese Fähigkeit sind.
VERWANDTER ARTIKEL: Crossfader vs Channel Fader (Die große Debatte)
Wie funktioniert ein Crossfader?
Wie schon kurz erwähnt, ist ein Crossfader ein Schieberegler, der horizontal über einen DJ-Controller läuft.
Eine gute Analogie (die wir später noch genauer erklären) ist ein Volume-Regler oder ein Radio-Tuner-Knopf. Genau wie du den Knopf am Radio oder bei der Lautstärke in eine Richtung drehst, um Musik von einem anderen Sender oder in einer anderen Lautstärke zu hören, verändert das Bewegen eines Crossfaders in eine Richtung das Audio je nach Kanal.
Wenn du den Crossfader komplett nach links schiebst, hörst du das Audio vom Kanal 1 deutlicher und direkt.
Umgekehrt: Wenn du den Crossfader nach rechts schiebst, hörst du das Audio von Kanal 2 deutlicher.
Für DJs, die während eines Auftritts zwei verschiedene Tracks gleichzeitig spielen, ermöglicht diese Funktion, einen Track gegenüber dem anderen hervorzuheben und schafft so ein unglaublich einzigartiges Hörerlebnis.
Wo befindet sich der Crossfader?
Bei den meisten Controllern findest du den Crossfader in der Regel in der Mitte unten am Controller oder Mixer.
So hat er genug Platz, um nach links und rechts bewegt zu werden, ohne andere Buttons oder Knöpfe zu treffen.
DJ-Controller und Mixer mit 4 Kanälen
Wenn ein DJ-Controller oder Mixer 4 Kanäle hat, kannst du diese entweder auf die linke oder rechte Seite des Crossfaders einstellen.
Das wird normalerweise mit den Buchstaben „A" und „B" angegeben.
Es gibt drei verschiedene Crossfader-Optionen bei einem 4-Kanal-DJ-Controller:
Option A, Option B und „Through".
Wenn du deinen Crossfader auf „Option A" setzt, spielst du Musik von allen Kanälen, die der linken Seite des Crossfaders zugeordnet sind.
Ähnlich gehen alle Kanäle, die auf „Option B" eingestellt sind, zur rechten Seite des Crossfaders.
Die „Through"-Einstellung für einen Crossfader funktioniert ähnlich wie das Halten des Crossfaders in der Mitte. Deshalb ist sie nicht besonders hilfreich, wenn du wirklich Sound mischen möchtest.
Generell ist sie eher nützlich mit EQ- und Volume-Fade-Optionen (dazu später mehr).
Wann solltest du den Crossfader nutzen?
Technisch kannst du den Crossfader jederzeit nutzen, aber die meisten Vorteile hast du beim Übergang zwischen Songs.
Wenn du beispielsweise einen Musik-Stil spielen möchtest, der schnelle Cuts und schnelle Übergänge erfordert, brauchst du oft einen Crossfader, um zwischen den beiden Tracks zu wechseln.
Ein großartiges Beispiel dafür sind Hip-Hop-DJs.
Weil sie schnelle Cuts und nahtlose Übergänge von einem Song zum anderen ausführen möchten – sowohl für Standard-Übergänge als auch für Scratch-DJs – nutzen sie normalerweise spezialisierte DJ-Scratch-Mixer wie den Pioneer DJ DJM-S11 oder den Rane Seventy-Two MK2.
House-DJs hingegen nutzen den Crossfader viel sparsamer und verlassen sich stattdessen mehr auf die EQ-Knöpfe und Volume-Fader-Effekte.
Das gibt dir etwas mehr Kontrolle über die Soundqualität, kostet dich aber an Übergangsgeschwindigkeit.
Die zwei Faktoren, die du beim Crossfading berücksichtigen musst
Es gibt zwei wichtige Faktoren, die du berücksichtigen musst, wenn du dich entscheidest, den Crossfader zu nutzen.
Musikstil und deine persönliche Vorliebe.
Wie im Hip-Hop- vs. House-DJ-Beispiel oben bestimmt der Musikstil, den du spielst, großteils, wie viel Zeit du mit dem Crossfader verbringst.
Das liegt daran, dass manche Musikstile viel stärker auf schnelle Übergänge angewiesen sind als andere. Pop ist ein weiteres großartiges Beispiel, da du wegen der schnellen Natur des Genres den Crossfader für schnelle Transition Drops nutzen kannst.
Andererseits spielt die persönliche Vorliebe eine noch größere Rolle in deinem Crossfading-Erlebnis.
Selbst wenn du es mit einem schnellen Pop-Song zu tun hast, wenn es sich für dich nicht richtig anfühlt, zwischen den beiden mit dem Crossfader zu wechseln, probiere stattdessen die EQ-Optionen aus.
Nächster Artikel: Best Speaker Wire
Crossfader vs. Volume Fader – Der Unterschied?
Während dieser Erklärung des Crossfaders haben wir den Volume Fader schon mehrmals erwähnt.
Das liegt daran, dass der Crossfader, obwohl er für einen DJ völlig eigenständig funktioniert, genauso wertvoll ist wie der Volume Fader.
Das führt zu der großen Frage: Welcher ist besser – der Crossfader oder der Volume Fader?
Nun ja, in der Realität kommt es darauf an, welche Art von Übergangsdrop du bevorzugst. Wenn du jemand bist, der es mag, schnell zwischen zwei Songs zu wechseln und schnell von einem Track zum anderen zu schneiden, dann magst du wahrscheinlich den Crossfader.
Wenn du dich dagegen mehr in langsame und saubere Übergänge vertieft hast, solltest du stattdessen den Volume Fader in Betracht ziehen.
Beide Methoden haben ihren Wert und können entweder völlig separat oder gemischt miteinander verwendet werden. Keine ist von Natur aus besser als die andere und können oft austauschbar verwendet werden.
Manche DJs nutzen beispielsweise einen Crossfader für langsame Track-Übergänge statt des Volume Faders, während andere DJs den Volume Fader über dem Crossfader nutzen, wenn sie auf schnelle Übergänge hinarbeiten.
Nimm dir Zeit und probiere beide Methoden aus, um zu sehen, welche für dich am besten funktioniert und welche dir mehr Spaß macht.
Die EQ-Knöpfe verwenden
Nachdem wir jetzt den Crossfader und den Volume Fader besprochen haben, ist es wichtig, über den dritten Teil dieses Mixing- und Track-Jumping-DJ-Werkzeugs zu sprechen.
Das sind die EQ-Knöpfe.
Wie Crossfading und Volume Fading ist die Nutzung der EQ-Knöpfe stark für das Einrichten von Qualitätsübergängen gedacht. Aber statt für schnelle Cuts und schnelle Sprünge zwischen Tracks ist der EQ-Knopf eher dafür da, um langsam und methodisch einen neuen Song ins Mix einzuführen.
Eine gute Denkweise ist: Crossfader sind für das Springen zwischen Tracks, Volume Fader sind für die Höhepunkte eines jeden Tracks und EQ-Knöpfe sind für die Einführung eines völlig neuen Tracks.
Wie EQ-Knöpfe funktionieren
EQ-Knöpfe bestehen aus drei separaten Knopfoptionen, die jeweils einen Frequenzbereich beeinflussen.
Ein Knopf steuert die Tiefen, einer behandelt die Mitten und der andere verwaltet die Höhen. Das wird auch „3-Band-EQ" genannt.
Indem du die EQ-Knöpfe zum Übergehen nutzt, schaffst du etwas, das nicht unähnlich dem Volume Fader ist. Der einzige wirkliche Unterschied ist, dass die 3 Knöpfe die Soundfrequenzen selbst beeinflussen, statt nur der Lautstärke.
Beispielsweise kann ein Track mit den höchsten Frequenzen beginnen, um diesen Bereich dann zugunsten der Verstärkung der Mittel- oder Tiefenfrequenzen zu reduzieren.
Während du mixt, kannst du die Knöpfe dann weiter nutzen, um langsam einen völlig neuen Track einzuführen und schaffst so ein nahtloses und durchgehendes Hörerlebnis.
VERWANDTER ARTIKEL: EQs auf einem DJ-Mixer verwenden (Diese wichtige DJ-Fähigkeit perfektionieren)
Was ist ein Crossfader: Fazit
Es ist wichtig zu wissen, welche Übergangsfunktion was macht und wie man ihre Effekte am besten einsetzt. Was ein Volume Fader macht, ist nicht unbedingt das, was ein Crossfader kann, was wiederum anders ist als die Interaktion der EQ-Knöpfe mit einem Song.
Indem du mit den verschiedenen Funktionen spielst, kannst du ein umfassenderes Verständnis der drei entwickeln und besser bestimmen, welche für dich am besten funktioniert. Du solltest auch mit verschiedenen Genres spielen, um ein genaueres Verständnis dafür zu bekommen, wie sie im Übergangsprozess funktionieren und interagieren.



